Medellín

Medellín liegt von Salento etwa 200 km entfernt und man könnte meinen in ein paar Stunden schnell hinzufahren. Weit gefehlt, mehr als 9 Stunden Busfahrt sollten es werden. Von Salento zur nächsten Stadt, Pereira, um von dort mit nem Linienbus den Rest Zurückzulegen. Maßgeblich liegt der Zeitaufwand an den vielen Baustellen, da der Staat massig Geld in den Ausbau der Infrastruktur pumpt. Aber immerhin gab es auf der Überlandfahrt viel zu sehen.

Medellín erreichen wir erst spät abends, mit der Überraschung, dass unser Hostel direkt im hippen Kneipenviertel liegt. Nachdem Einchecken geht es also nochmal auf die Piste, die Gegend zu erkunden und Teil der Menschenmasse zu werden.

Am Vormittag zeigt uns Juli, eine Studentin von hier, die Stadt und auch die Viertel die vielleicht nicht so vorzeigbar sind. Die Informationen die sie so hatte, kann ich gar nicht alle wiedergeben, da Medellín eine bewegte und lange Geschichte hinter sich hat.

Wahrscheinlich verbindet jeder mit Medellín zuerst Pablo Escobar, das Drogenkartell und Auftragsmorde für 10 Dollar. Was mir neu war, dass es Medellín in den letzten 100 Jahren immer wieder mal wirtschaftlich richtig gut ging und auch jetzt wieder so beliebt wie nie ist und aus allen Nähten platzt. Nach Pablo in den 90er, kamen erstmal die Guerillas die bis 2003 Gewalt nach Medellín brachten, danach kam das Paramilitär bis jetzt erst in den letzten Jahren Ruhe einkehrte.

Juli erklärte auch vieles vom sozialen Leben und dem Alltag hier, was aber wohl zu weit führte.

Den Nachmittag verbrachte ich mit durch die Stadt schlendern und alles auf sich wirken zu lassen, wobei die Kolumbianer wohl auch ihr freies Wochenende auf den Strafen verbringen.

Der Abend gehört dann dem Nachtleben, bei dem ich die Clubs mit einer Mischung aus Elektromusik und Latin lieben gelernt habe.

Die Gondelbahn ist dort wie Ubahn

Das Stadtzentrum

Das Wahrzeichen ist ein Hochhaus in nähnadelform

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Páramotreck Tag 3: Zurück in die Zivilisation

Heute war es uns erlaubt etwas länger zu schlafen, wir mussten erst um 6:30 Uhr aufstehen. Nach dem Frühstück und packen geht’s Zurück. Während wir alle der Hoffnung waren, dass es bergab geht, sah die Realität anders aus. Bergauf bergab bergauf ….

Nach der Páramo geht’s durch den Kolibriwald, indem unzählige Kolibris gibt. Sorry ich hab’s ja versucht, aber die sind zu schnell zum Fotografieren.

Auf mehreren Hütten waren Stopps angesagt, wobei von Kuh bis Schaf jedes Tier dort oben zuhause war. Durch den Regenwald und den Nebelwald ging’s zum Cocora Valley zurück. Alle freuten sich endlich mal wieder duschen zu können und frische Sachen anziehen zu können.

Am Abend gab es noch ein gemeinsames Abendessen und ein Tejo-spiel. Dabei wird mit Metallkugeln auf Schwarzpulverpäckchen geworfen. Wenn’s knallt und raucht gibt’s Punkte. Besser als Bowlen.

Tejo

Páramotreck Tag 2: Der Gipfel

Gefühlt ein Tag im Leben von Helmut Schmidt: Man fühlt sich wie ein 90 jährige Kettenraucher und weis, dass man was erreicht hat.

Um kurz nach sechs beginnt der Tag mit einem spartanischen Frühstück auf der Hütte, wobei der Hahn und eine Kuh schon ab drei Radau gemacht haben. Nachts hat es gewittert und gestürmt, dass die umliegenden Gipfel inkl. unserer in Schnee gehüllt sind.

Der weg beginnt direkt mit einem langen steilen Aufstieg. Ohnehin ist es auf der Höhe schon schwer genug, aber durch den Regen ist alles matschig und rutschig und doppelt anstrengend. Bei dem Aufstieg treffen wir drei Franzosen die sich uns anschließen – inklusive uns welche der weniger als 150 Menschen die den Gipfel im Jahr besteigen.

Auf einem ersten Bergkamm geht es durch die Páramo (Vegetation) , die immer noch wie eine fremde Welt auf uns wirkt. Vom Paramo folgt dann ein Abstieg in die Panrano Vegetation.

Die Pantano wirkt noch viel weltfremder als alles zuvor. Im Nebel umwaberte metertiefe Wasserlöcher die teilweise von tragenden, knöchernen Pflanzen umgeben sind. Ein schmaler Pfad führt uns zu unserem geplanten Basecamp. Wir zählen wohl zu den letzten glücklichen, die das Pantano noch sehen und betreten durften, denn ab nächster Woche, ist diese für die Öffentlichkeit gesperrt.

Am Basecamp auf 4200 m klagen die ersten über Höhenkrankheit mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Nach einer kurzen Pause sind wir alle soweit den finalen Aufstieg zu wagen. Bei etwa 2 grad Plus, geht es dick eingepackt los.

Zum Vorgipfel geht es einen felsigen, sandigen und steilen Hang hoch. Je höher wir kommen desto schlimmer wirds. Jeder Schritt ist hart und jeder Höhebmeter eine Qual. Wir schreiten voran wie ein Rolatortrupp aus dem Seniorenheim. Am Vorgipfel machen wir dann erstmal Pause. Die Franzosen müssen an diesem Punkt abbrechen und steigen wieder ab.

Die letzen Höhenmeter ziehen sich aber schließlich kommen wir alle fünf am Gipfel auf 4750 m an. Überglücklich bekommt jede eine Tafel Schokolade als Belohnung, so gut hat Schokolade noch nie geschmeckt. Der meiste Schnee ist durch die Sonne bereits geschmolzen, aber es ist immer noch sehr kalt.

Der Abstieg zur Base geht da schon viel viel schneller, weil man im Sand quasi herunterrutschen kann. Am Base gibt es dann Essen mit Chili und sogar Kaffee.

Der Rückweg geht von Glückshormonen voll am gleichen Weg wie im Flug. Noch vor Einbruch der Dunkelheit kommen wir auf der Hütte an. Am Abend kommt auf 3700m in den Anden sogar noch eine Schafskopfrunde zusammen. Bevor wie ko ins Bett fallen.

Tag ein Tag aus steht Charly mit seinem Pferd da und protokolliert wer hoch will

Espeletia wohin man nur schaut- besser angepasst geht wohl kaum

Der erste Aufstieg

Die mysteriöse Pantano

Der Aufstieg zum Vorgipfel

Die letzten Meter

Am Ziel

Ein Festmahl

Auf der Hütte rustikal

Beim Schafkopfn

Paramotreck Tag 1

Drei Vegetationszonen in nur einem Tag.

Um 6:00 Uhr morgens trafen wir uns um unsere Ausrüstung fit zu machen. Lustig war, dass ausgerechnet fünf deutsche die Tour machen Scheinbar sind deutsche die einzigen die sich so etwas antun. Kolumbianer neigen dazu sich lieber auf ein Maultier zu setzen und sich rumtragen zu lassen. Die Tour die wir vorhaben bringt uns auf den Gipfel des Quindío mit einer Größe von 4750 m Wobei der erste Tag uns von 1700 m auf 3700 m bringt.

Die Tour startet im Cocora Valley das gesäumt ist von meterhohen Wachspalmem. Diese sind die Nationabäume Kolumbiens und erreichen eine Höhe von bis zu 60 m. Während es dort noch relativ eben zugeht wie wird es ab dem Eingang zum Regenwald schon steiler.

Im Regenwald tummelt sich eine Vielzahl an Vögel, die eine unserer Guides super imitieren kann. Nach etwa fünf Stunden erreichen wie die erste Hütte bei der wir eine warme Suppe bekamen und uns kurz ausruhen konnten.

Nein weiteren Aufstieg durchqueren wie den Nebelwald, der mit den von fadigem Moos bedeckten Bäumen richtig gespenstisch aussieht. Ab etwa 3200 Meter fängt es an mühsam und anstrengend zu werden.

Bei etwa 3500 m beginnt die Paramo Vegetation. Diese ist einzigartig und kommt nur in Süd Amerika in den Anden vor. 80 % davon sogar in Kolumbien. Neben Gräsern gibt es meterhohe Schopfrosettenbäumchen, die an Palmen erinnern. Oft wachsen diese nur 1 cm im Jahr. Die Pflanzen weißen Behaarte Blätter auf, welche die Feuchtigkeit aus der Luft ziehen. Im Inneren ist der Stamm leer, wobei die Feuchtigkeit so zu den Wurzeln geführt wird. Die alten Blätter bleiben am Stamm wie ein Kleid bestehen, und schützen die Pflanze so vor Kälte. Bestens angepasst an die raue Umgebung.

Gegen. 6:00 Uhr kommen wir dann an der Hütte an, die wirklich rustikal anmutet . Dennoch kocht die Familie ein Zweigängemenü bestehend aus Suppe und Fleisch mit Reis. Nach dem strapaziösen Tag genau das was wir brauchen. Um 19:30 Uhr sind wir dann so kaputt dass wir alle ins Bett fallen um morgen für den finalen Aufstieg fit zu sein

Cocora Valley

Norberto unser Guide – The Waking Maschine

Noch ein Spaziergang

ja wir werden mit Kokablätter gepusht

Auf der Hütte

Filandia

Um 9 Uhr stand das Briefing für die nächsten Tage an, bei dem wir geführt einen Vulkan besteigen werden. Im wesentlichen war der Inhalt es wird hart, dreckig und einsam dort oben. Aber wir wollen es ja so.

Den Tag wollen wir in Filandia verbringen, einem Dorf ca 20 km entfernt. Nur ist es nicht einfach dorthin zu kommen, da man umsteigen muss. Am Weg zum Busbahnhof kommen wir an einer kleinen Bäckerei vorbei, wo es leckerstes Gebäck für 9 Cent gibt. Da werden wir wohl nochmal hin müssen.

Am Busbahnhof erklärt man uns in Ultra schnell gesprochenen Spanisch wie wir fahren müssen, wird schon klappen. Der erste Bus lässt uns mitten im nichts raus und meint, da drüben käme dann ein Bus der uns hin bringt. Es war ja nur eine sechsspurige Schnellstraße zu überqueren, aber er hatte recht, es kam ein Bus der uns nach Filandia bringt.

Filandia ist ein kleines Bergdorf dass sich durch seine bunten Häuser auszeichnet und sich aber kaum Ausländer her verirren. In der Tat macht es Spaß durch die kleinen Gassen zu schlendern und den ein oder anderen Kaffee zu trinken.

Auf dem Weg zu einer Aussichtsplattform werden wir vom Regen überrascht, der so stark war, dass man sogar unter einem dachvorsprung noch nass würde. Wir konnten uns in einer flechtwerkstatt unterstellen, für das die Region bekannt ist.

Nachdem es zu regnen aufgehört hatte, ging’s dann zurück nach Salento um das Handgepäck für morgen zu packen. Abends gab es wieder frische Forelle, die von der Färbung eher an Lachs erinnert, aber richtig lecker war.

Auch in der Kirche geht es bunt und mit Glitzer weiter

Noch etwas Landschaft

Auch das gibt’s, einen Laden der sich auf Hühnereier spezialisiert hat

Salento

Wie erwartet wurden wir auf der Busfahrt schockgefrostet. Aber mit zwei Jacken konnte man die Fahrt überstehen und das auch schlafend, denn das war nötig. Eigentlich sollte die Fahrt 9h dauern, aber der Fahrer hat es in 6:30 geschafft!!! Das im Hintergrund Musik lief, die an Mariokart erinnerte, hat ihn wohl motiviert. So kamen wir um 4:15h früh in Armenia. Dort organisierten wir uns ein Sammeltaxi zum Zielort Salento, einem Bergdorf 25 km entfernt.

Viel zu früh um die Zimmer zu beziehen, konnten wir wenigstens duschen und das Gepäck abgeben. Das Hostel ist mal richtig schick, mit Blick auf die Berge und in die Täler. Zum Frühstücken gehen wir in ein kleines Lokal, bei dem es neben vielen Hunden einen singenden und sprechenden Papagei gibt.

Gestärkt machen wir einen Rundgang durch Dorf, das durch seine farbenprächtigen Türen und Fenster bekannt ist. Um etwas für die Fitness zu tun, gehen wir noch den Kreuzigungshügel hinauf, von dem man einen großartigen Blick übers Dorf hat.

Den Nachmittag wollen wir damit verbringen uns in Sachen Kaffeeanbau weiterzubilden. Die Öko Kaffefarm liegt etwa 5 km vom Ortskern, sodass wir zu Fuß gehen. Gleich zu Beginn läuft uns ein Hund zu, der und den Weg begleitet. Ohnehin wimmelt es in Kolumbien nur so vor Hunden, Katzen dagegen sieht man gar nicht.

In der Farm werden wir herumgeführt und dürfen selbst mit Körben sammeln gehen. Nebenbei wird uns sehr anschaulich der Zyklus der Kaffepfanze und die Verarbeitung der Kaffeekirschen zum Kaffee erklärt. Belohnt wird man mit frischem Kaffee. Von unserer Leistung beim sammeln her, hätten wir keinen Cent verdient.

Nachdem sich regen und Gewitter ankündigt, nehmen wir ein Jeep Taxi dass uns den steilen und unwegsamen Pfad Nachhause fährt. Daheim angekommen gewittert es schon.

Nachdem es das regnen aufhörte gingen wir noch essen in ein kleines Restaurant. Betrieben wird es von einer älteren Frau und ihren Sohn. Auf der Karte steht Forelle in allen Variationen, die hier in der Region zu hauf in den Bächen schwimmen. Nachdem neben uns zwei noch eine Reisegruppe mit 7 Personen kam, schloss die alte Dame das Restaurant, da sie jetzt schon stark ins Rotieren kam.

Jetzt wird es erstmal Zeit etwas Schlaf nachzuholen um morgen fit zu sein.

Das Hostel bietet einen schönen Ausblick

Salento per pedes

Am Weg zur Farm

Die Kaffetour

Auch so zum Verweilen ist es schön hier