Bemerkenswert

Kolumbien – Ein Land vieler Vorurteile?

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Dieses Mal geht es Richtung Westen. Während der Vorbereitung auf die Europäische Eignungsprüfung hatte ich beschlossen, egal wie es läuft, nach der Prüfung wegzufahren.
Schon längere Zeit juckt mich ja Südamerika in den Fingern.  Aber warum unbedingt Kolumbien?

Die Liste der Klischees bezüglich Kolumbien ist voll. Von allen Seiten wird mir gesagt, pass auf dich auf, lass dich nicht erschießen oder entführen. Pass auf dass dir Drogenkurriere nichts zuschieben. Das kann Angst machen.

Andererseits liest man, dass man gerade jetzt nach Kolumbien soll, bevor die Tourismusindustrie zuschlägt. Nach mehr als 50 Jahren Guerillakrieg und Drogenregime befindet sich Kolumbien gerade in einem Friedensprozess. Einheimische sollen gegenüber Touristen sehr gastreundlich und hiflsbereicht sein  und die Natur atemberaubend. Eine sehr dichte Flora und Fauna sowie mehrere Klimazonen können hier bereist werden. Das klingt doch vielversprechend.

Wer nun Recht hat, das gilt es herauszufinden. Ich lade euch ein, mit mir dieser Frage nachzugehen.

Síganme
Matthias

Santa Marta

Der Morgen startet für regnet, so dass wir den Vormittag im wesentlichen in der Unterkunft und in der Hängematte verbringen. Neben dem argentinischen Pärchen ist noch eine Schweizerin angereist, so dass wir uns etwas austauschen über Land und Leute.

Nachdem mein Flug nach Medellín morgen um 9 geht und ich mir nicht sicher bin ob ich an dem Oster Feiertag so früh ein Sammeltaxi bekomme fahre ich schon heute nach Santa Marta. D.h. heute trennen sich die Wege von mir und Eva. Eva reist weiter nach Norden um ein paar Tage Strand Urlaub zu machen.

Schnell findet sich an der Hauptstraße eine Sammeltaxi nach Santa Marta. Irgendwie erinnert mich diese Sammeltaxi An das Gedankenexperiment von Hilbert, Auch als Hilberts Hotel bekannt. Auch wenn man denkt, dass der Bus voll ist und ich keine weiteren Plätze mehr frei sind, passen doch immer weitere Passagiere und Gegenstände in den Bus. Etwas unbequem, aber man kommt günstig an sein Ziel.

Meine Unterkunft ist nicht direkt in Santa Marta sondern in einem Strandbereich. Dieser Teil der Stadt wurde bereits in den siebziger Jahren als vorzeige Tourismus Ort vor allem für die einheimischen errichtet. Zahlreiche Bettenburgen ragen in den Himmel. Neben der einfachen Bevölkerung, machen hier auch die Drogenbosse und Reichen Urlaub.

Mein Hotel einfach und günstig liegt unweit des Strandes. Der Strand selbst ist überfüllt mit Menschen. Zahlreiche Imbissbuden laden zum Testen von teilweise ungewöhnlichen Speisen ein.

Auf dem Weg ein Restaurant für das Abendessen zu suchen, gerade ich noch in eine Osterprozession hinein. Das lass ich mir natürlich nicht entgehen. Anders als in Deutschland, klatschen und singen die Kirchgänger mit. Ein nettes Erlebnis zum Abschluss des Tages.

Time to say goodbye

ÄIngrid schmeißt den Laden

Der Strand wird nachts durch die Polizei geräumt Osterprozession

Tayrona Nationalpark

Heute wollen wir den beliebtesten und bekanntesten Nationalpark Kolumbiens besichtigen. Dieses liegt nur unweit unserer Unterkunft. Da auch die Kolumbianer diesen Park zu schätzen wissen, müssen wir knapp eine halbe Stunde anstehen bis wir eingelassen werden. Da der Park nur für eine begrenzte Anzahl an Besuchern ausgelegt ist, kann es auch passieren dass man gar nicht reinkommen.

Nach dem Eingang wird man mit einem Collectivo weiter in den Park gefahren. Von dort an Geld ist dann, zu Fuß weiter zu geben. Der Weg durch den tropischen Regenwald gestaltet sich als sehr interessant und vielseitig. Alle paar Kilometer gibt es Verkäufer, die Eis oder Wasser verkaufen, dass man an diesem heißen Tag auch gut brauchen kann. Nach circa 5 km kommt man zum ersten Strand Abschnitt.

Die Strandabschnitte sind hier dadurch gekennzeichnet, dass wir große Steine wie Kugeln im Wasser liegen. Leider ist das Baden hier aufgrund von starken Strömungen verboten., Es gibt nur einen Strandabschnitt wo man baden kann, zu dem wir auch direkt weitergeben. Dieser liegt noch mal etwa eineinhalb Kilometer entfernt.

Der Badestrand, sowie anliegende Restaurants, sind überfüllt, hauptsächlich mit einheimischen. Da hat man wenig Lust darauf zu baden. So dass wir beschließen, hier nur kurz halt so machen.

Circa einen zweistündigen Fußmarsch von hier befindet sich eine historische Indianer Städte. Dort haben ca. 1600 a.D. das Tayronavolk Gebäude für mehrere 1000 Leute errichtet. Noch heute sind die Überreste sichtbar. Diese wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Hier zeigt sich wieder das deutsche Phänomen, dass den harten Weg außer uns fast keiner geht. Den ganzen Fußmatesch treffen wir weniger als 15 Leute. Der Weg stellt sich als recht abenteuerlich heraus, was mir irre viel Spaß macht. Es gilt durch Höhle zu kriechen, über Steine zu klettern und über Flüssen zu springen.

Die historische Städte am Berg, zeigt einige Mauerreste, an denen man sich die Dimensionen des Dorfs vorstellen kann. Auf der Städte selbst, gibt es noch einige Vertreter des Volkes, diese sind jeden Reise Gewänder gehüllt und haben lange schwarze Haare. Leider lassen Sie sich um ganz fotografieren, aber die haben schon irgendwas gespenstisches.

Statt den Weg zurück zu gehen, entscheiden wir uns einen eher selten begangen den Weg zu einem anderen Ausgang des Parks zu gehen. Auf diesem Wege treffen wir auf gerade mal zwei weitere Wanderer. Durch einige kleine Dörfer, die noch einen ähnlichen Baustil aufweisen wie oben auf dem Plateau.

Sichtlich erschöpft kommen wir dann wieder an der Hauptstraße an, wo wir mit einem Collectivo uns auf schnellsten Weg heim bringen lassen. Den Abend verbringe ich in einer Hängematte, da selbst mir mal die Füße weh tun.

Unsere kleine aber feine Unterkunft

Warten lohnt sich

Leere Traumsträmde und überfüllte Badestrände

Auf zu verborgenen Dörfern

Die Reste der alten Stadt

Insektennest

Eine Busfahrt die ist schön

Zum heutigen Tag, brauche ich eigentlich nicht viel schreiben. Kurzes einkaufen in der Stadt, um auf der Busfahrt nicht zu dehydrieren. Um 11:00 Uhr holt uns dann der Bus zur Fahrt nach Santa Marta ab.

Die Busfahrt ist mit dreieinhalb Stunden veranschlagt. Dieser Fahrer ist ihr ein gemütlicher Zeitgenosse, der an jeder Raststätte sich Unmengen an Fast food rein schlingt. So ist es nicht verwunderlich, dass wir statt 3 1/2 Stunden nun fast 6 h brauchten. Schon nach Einbruch der Dunkelheit kamen wir in Santa marta an.

Schnell haben wir auch einen Taxifahrer gefunden, der uns noch nach Tayrona bringt, da wegen Karfreitag keine Busse mehr verkehren. Der Taxifahrer speichert sich in mein Handy unter dem Namen ,, The fast jose,, ein, was für sich spricht. Hier überholt aber auch wirklich jedes Fahrzeug. Auf der Fahrt ruft er den Herbergseigentümer an, was uns noch verwundert.

Als er uns aber mitten im nirgendwo raus lässt, verstehen wir auch warum. Dort wartet schon ein älterer Mann mit langen grauen Haaren. Das ist Javier, der Gastwirt. Ein sehr sympathischer und lustiger Mann. Er führt uns circa 1 km in den Dschungel, bei dem wir durch Flüsse waden müssen und einen Berg erklimmen missen. Eine Unterkunft im nirgendwo. Nur drei Zimmer und eine Küche. Zusammen mit zwei Argentinien sind wir seine Gäste. Er und seine Frau kochen uns ein wunderbares Abend essen, so gut gegessen haben wir hier selten.

Die Nacht im einfachen Zimmer wird einfach wunderbar, mitten im Urwald erleben wir eine nie gehörte Geräuschkulisse.

Eine unspektakuläre Fahrt

3 Hunde und eine Katze, da ist Action garantiert

Inseltag

Den heutigen Tag widmen wir ganz den Inseln vor cartagena. Natürlich bietet auch das Festland Strände, aber die vorgelagerten Inseln sind hier einfach traumhaft. Für nur wenige Dollar wird man mit einem Schiff auf eine solche ins mitgebracht.

Unser Boot liegt um 9:00 Uhr ab und bringt uns auf direktem Weg zur Insel, dessen Namen ich leider vergessen habe. Der direkte Weg beinhaltet einige Reparaturen eines Antriebsmotors. Aber die Crew hat natürlich alles dabei was man dafür braucht. Alles repariert, ergeht es mit voller Geschwindigkeit weiter.

Die Insel vielleicht 200 m lang und 200 m breit besteht eigentlich nur aus weißem Sandstrand. Zusammen mit einigen weiteren Kolumbianer, suchen wir uns einen Schattenplatz. Den Vormittag und Nachmittag verbringen wir weitesgehend damit im Meer zu planschen oder frischen Fisch zu essen.

Gegen 16:00 Uhr geht es dann wieder zurück. Deshalb mit vollem Speed, so dass alle Passagiere gleichmäßig nass werden. Irgendwann wundern wir uns, warum da lauter Leute im Meer stehen. Scheinbar gibt es eine recht seichte Stelle, bei der man nur von Hand weiter geschleppt werden kann. Die Schlepperbande – darf man das so nennen – manövriert uns durch den sumpfigen Mangrovenwald.

Abends schlendern wir durch die Altstadt, wo die Frauen aus dem umliegenden Dörfern ihre Waren verkaufen. Richtig süchtig geworden bin ich bereits nach den leckeren Kocos Plätzchen. Aber auch die Marmeladen und deftigen Hauptspeisen sind hier einfach klasse. Eigentlich verleitet dieses Angebot dazu, dass man gerne noch weitere Tage hierbleiben würde. Das alles hilft aber nichts, morgen soll es schon weitergehen.

Wer steht denn da im Wasser

Ein Fest für die Sinne

Cartagena bei Nacht

Keine moderne Kunst, der Hauptstromanschluss

Cartagena

Endlich ausschlafen und das ganz ohne Straßenlärm. Da fühlt man sich direkt wieder wie ein Mensch.

Der morgen gehört der Altstadt. Bereits seit den 80er Jahren ist cartagena als Perle der Karibik Weltkulturerbe. Zahlreiche Relikte der spanischen Besetzung sind hier zu sehen. Zu jeder Gasse gibt es Mythen bezüglich Geistern und Co. In den schönen Gassen finden sich vom kleinen Laden bis zur Markenfiliale alles. Selbst die Millionäre kaufen hier ein.

Nachmittags schlage ich mich ganz alleine zum hiesigen Markt durch. Hierher hat sich wohl selten ein Tourist verlaufen. Weit und breit war ich der einzig weiße. Aber die Leute dort waren sehr freundlich und Liesen mich überall zuschauen. Vom Ventilator reparieren bis Fische ausnehmen ich bin jetzt vom Fach. So habe ich jedenfalls einen schönen Nachmittag verbracht.

Abends haben wir uns dann durch die Gassen treiben lassen und ich hab endlich seit Jahren wieder cervice bekommen, roher Fisch der in Limettensaft gebeizt wird und mit Kräutern angemacht wird. Hier am karibischen Meer kein Problem.

Ein Stadtrundgang

Die Schlange beim Einwohner melde Amt war circa 100 m lang und Eisverkäufer nutzten die Gelegenheit

Auf dem Markt der Dinge

Besonders bei Abendlicht ist die Stadt sehr schön

Guatape und Stein von peñol

Die Nacht war wieder sehr kurz. An Hauptverkehrsstraße und offenes Fenster gewöhnt man sich halt nicht so schnell.

Nachdem wie spätestens um halb fünf zum Flughafen müssen, brachen wir schon um sieben zum Busbahnhof del norde auf. Dort wartet unserer private Guide David, der uns das Chaos mit den ganzen Busverbindungen managed und wir gestern beim weggehen kennengelernt haben.

Guatape liegt knapp zwei Stunden von Medellín entfernt und ist auch wenn es so aussieht leider gar nicht natürlich. Es handelt sich um einen Stausee zur Stromgewinnung und schmiegt sich aber gut in die Umgebung ein.

Der Stein von peñol wird von den Bewohnern dort auch Zuckerhut gebannt. Mittels einer verwirrenden Treppenlonstruktion kann man den Stein erklimmen. Auch findet sich noch ein aufgespraytes G vom Wort Guatape, aber leider wurden dir Täter vor Beginn des u festgenommen und nun bleibt es so. Die Aussicht, einfach schön wie eine Modelllandschaft.

Mit einem Tuktuk geht’s noch nach Guatape selbst, der buntesten Stadt Kolumbiens. Nach nem kurzen Spaziergang geht’s leider schon zurück, denn die Zeit drückt.

Mit dem Gepäck geht’s zum Flughafen, bei dem man trotz internationaler Flüge auch noch selbst übers Rollfeld laufen darf. Nach nur einer Stunde Flug Song wir im karibischen Cartagena, wo es mir mit 31 Grad jetzt schon zu warm ist.

Vorgänge sind Geschmacksache

Die Aussicht von oben

Guatape

Cartagena

Rio del claro

Der heutige Tag war dem Dschungel gewidmet, um uns auf die Karibiktemperaturen im Norden vorzubereiten.

Früh um 7 Uhr werden wir von unserem Guide am Hostel abgeholt. Diese Nacht hatte es sich gerächt eine Unterkunft im Zentrum zu nehmen, da wir vor Partylärm und einem nicht schließbaren Fenster kaum ein Auge zugemacht haben.

Die dreistündige Anfahrt führt uns zum Rio Claro und das gleichnamige Reservoir. Der Park liegt auf nur 350 NN, sodass hier tropischer Regenwald steht. Der Fluss zählt zu den schönsten Kolumbiens und stellt ein beliebiges Ausflugsziel für Kolumbianer dar.

Das Rafting selbst führte knapp drei Stunden den Fluss hinab, der von Marmorblöcken voll ist. Das Ufer ist gesäumt üppigen Regenwald mit unzähligen Getier. Am Ende konnte man dann noch ausgiebig in einem natürlichen marmorbecken schwimmen. Dabei hat such wieder herausgestellt, man soll nicht nach dem äußeren gehen. Ein ca 20 jähriger, voll tätowierter Kolumbianer mir Glatze, der aussieht als hätte er zig Menschen erschossen, will sich mit mir unterhalten. Es stellte sich heraus dass er eigentlich ganz ok war und das Gespräch recht interessant.

Während der Rückfahrt machten wir halt auf einer Autobahnraststätte, die etwas andere aufgebaut sind als in Deutschland, seht selbst 🙂 Auch das Essen dort war richtig lecker. Die weitere Fahrt zog sich etwas, da es so sehr geregnet hat, dass man keine 10 m sehen konnte. Aber wir kamen sicher an.

Den Abend verbrachten wir wieder im Vergnügungsviertel wo wir auf nette Kolumbianer stießen und uns recht gut unterhalten haben.

Das Rafting

Auf der Autobahnraststätte